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Die digitale Disruption verändert alle Branchen. Besonders ausgeprägt zeigt sich diese Entwicklung bei Unternehmen in der verarbeitenden Industrie, in der Transportlogistik und im Einzelhandel. Die Firmen müssen innovative Produkte und Erlebnisse bieten, zügig auf Marktveränderungen reagieren, Geschäftsprozesse nahtlos und für die Endverbraucher:innen unsichtbar abwickeln und vor allem: agil sein. Verzögerungen wegen Problemen in der Lieferkette akzeptieren die Kund:innen grundsätzlich nicht und wandern angesichts geringer Umstiegskosten einfach zum nächsten Anbieter ab.

Dieses Wettbewerbsniveau ist die neue Normalität. Die Frage ist: Wie kann man mit Legacy-Systemen und Messaging-Protokollen eine konkurrenzfähige Agilität, operative Exzellenz und Innovationskraft erreichen?

Digitale Transformation und agile Lieferketten

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Deshalb sind wir Leader für API Management und iPaaS

Führende Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Produktion und Logistik verfolgen erfahrungsgemäß drei übereinstimmende Geschäftsziele:

  • Produkte schneller auf den Markt bringen
  • Agiler auf Dynamiken in Produktion und Lieferkette reagieren
  • Operative Exzellenz

Im Hinblick auf diese Geschäftsergebnisse ergeben sich verschiedene Anforderungen für die Lieferkettentechnologie, insbesondere im Zusammenhang mit B2B/EDI:

  • Partner-Onboarding beschleunigen (Partner-Setup, Message Mapping, Geschäftslogik). Kernbestandteile des Onboarding-Prozesses sind das B2B/EDI-Partner-Setup, das Management von Händlerprofilen und das Message Processing. Das kann Wochen oder sogar Monate dauern.
  • Partnerkonfigurationen schneller anpassen. Wandel ist eine Konstante und betrifft z.B. Industriestandards oder den gesetzliche Vorgaben. Womöglich stehen heute noch aktive Lieferanten morgen nicht mehr zur Verfügung. Trotzdem verlangt die Kundschaft nach einer schnellen Lieferung von Waren und Dienstleistungen. Die IT-Abteilung muss die Partnerkonfiguration problemlos ändern können.
  • Legacy- oder Custom-Point-to-Point-Lösungen für B2B/EDI ersetzen und Risiken und Kosten reduzieren. Die EDI-Technologie gibt es seit rund 20 bis 30 Jahren, entsprechend veraltet sind die EDI-Lösungen vieler Unternehmen. Entweder wurden sie individuell konfiguriert und nach und nach erweitert, oder es handelt sich um Altsysteme, die der Hersteller nicht mehr unterstützt oder in die er nicht mehr aktiv investiert.

Operative Exzellenz für B2B/EDI 

Ein Hersteller von Endgeräten für Telekommunikation verwendete für den Informationsaustausch mit seinen Handelspartnern den veralteten Messaging-Standard RosettaNet. Dadurch dauerte das Onboarding neuer Partner bis zu einem Jahr: eine untätige Phase ohne Geschäftsaktivität oder Wertschöpfung im Rahmen der neuen Partnerschaft. 

Eine weitere Herausforderung: Der Hersteller wollte neue Partner flexibler einbinden, ohne zuerst den Onboarding-Procedere oder Dateiformatsänderungen seitens der IT-Abteilung abwarten zu müssen, und damit die Reaktionsfähigkeit in bestimmten Geschäftsbereichen erhöhen. Insgesamt wollte er den Prozess besser in den Griff bekommen, besonders angesichts einer zunehmenden Partnerfluktuation. Für eine Beschleunigung des Partner-Onboardings entschied sich der Hersteller für MuleSofts B2B-Integration-Ansatz: API-basierte Konnektivität oder API-led Connectivity.

In einem ersten Schritt entwickelt das Fertigungsunternehmen wiederverwendbare APIs zur Anbindung an das RosettaNet-Nachrichtenprotokoll. In der nächsten Ausbaustufe werden diese APIs offengelegt, damit die Partner des Herstellers sie anstelle des alten RosettaNet-EDI-Standards nutzen können. Das verkürzt nicht nur das Onboarding: Zusätzlich entfällt der Programmieraufwand für die Integration der Systeme. Das zugrundeliegende Konzept ist der Aufbau einer internen API-Schicht und einer partnerorienterten, öffentlichen API-Strategie, die Partnern den Zugang zu modernen Entwicklungsverfahren eröffnet.

Mehr zum Konzept der API-basierten Konnektivität und der Optimierung von B2B/EDI-Prozessen erfahren Sie in unserem Whitepaper Modernes Supply Chain Management.